ABS, EBV und Bremsassistent
Voll auf die Bremse, und trotzdem um das Hindernis herumlenken: Das schafft nur ein Rad, das sich noch dreht. Hier siehst du, warum blockierende Räder gefährlich sind, wie das ABS zehnmal pro Sekunde den Druck auf- und abbaut, warum das Pedal dabei rattert, was EBV und Bremsassistent dazu beitragen und was in der Werkstatt typischerweise kaputtgeht.
Station 1Warum blockierende Räder schlecht sind
Vereinfachtes Modell eines Vorderrads mit typischer Reibkurve. Die ganze Schlupfkurve und den Kamm’schen Kreis (Bremsen und Lenken teilen sich die Haftung) findest du in der Antriebskunde: A9 · Traktion, Schlupf, ASR und ESP.
Station 2Der ABS-Regelkreis: messen, rechnen, Druck regeln
Im Hydroaggregat: Druck aufbauen, halten, abbauen
Zeitlupe: In echt läuft so ein Zyklus etwa zehnmal pro Sekunde ab. Gezeigt ist das Prinzip mit Einlass- und Auslassventil, Speicher und Rückförderpumpe, wie es viele ABS-Hydroaggregate nutzen; Details unterscheiden sich je nach Hersteller und Generation.
Station 3Vollbremsung im Test: mit und ohne ABS
Vereinfachtes Modell: 1,4-Tonnen-Pkw, 4-Kanal-ABS (Hinterachse gemeinsam nach dem schlechteren Rad geregelt), Reibwerte typisch, ohne Reaktionszeit (der Weg zählt ab dem Tritt aufs Pedal). Die Fahrer-Figur lenkt mit kurzer Verzögerung und begrenzter Lenkgeschwindigkeit. Ganz kurz vor dem Stillstand schaltet die Regelung hier ab.
Kleine Geschichte des ABS
Station 4EBV, Bremsassistent, Notbremsassistent und Rekuperation
Modell eines kleinen Fronttrieblers (leer etwa 1,25 t, beladen etwa 1,7 t). Verzögerung in g (1 g ≈ 9,8 m/s²); die gestrichelten Diagonalen im Diagramm verbinden Punkte gleicher Gesamtverzögerung. Die Blockiergrenze einer Achse ist erreicht, wenn ihre Bremskraft größer wird als Reibwert mal Achslast. Gezeigt ist der Zustand ohne ABS-Eingriff; mit ABS würden die Räder an der Grenze nicht blockieren, sondern regeln.
Der Bremsassistent: Wer zaghaft tritt, bekommt Hilfe
Modell: 100 km/h, trockene Straße, mit ABS, ohne Reaktionszeit. Der Assistent erkennt die Notbremsung am schnellen Pedaltritt und gibt in Bruchteilen einer Sekunde vollen Druck.
Station 5Werkstatt: typische Fehler
Der Raddrehzahlsensor am Oszilloskop
Modell mit 48 Zähnen bzw. 48 Polpaaren und 31 cm Radhalbmesser. Den Widerstand eines passiven Sensors gibt der Hersteller vor, typisch sind einige hundert bis einige tausend Ohm. Ein aktiver Sensor lässt sich so nicht messen: Er braucht Versorgung vom Steuergerät und meldet sich über zwei Stromstufen (häufig etwa 7 und 14 mA).