Lenkung und Servolenkung
Du drehst das Lenkrad gut drei Umdrehungen, die Räder schwenken nur etwa 35 Grad. Dazwischen liegen Säule, Gelenke, ein Lenkgetriebe und Stangen, und meistens ein Helfer mit Öl oder Strom. Hier drehst du selbst am Lenkrad, siehst, warum das innere Rad stärker einschlägt, und lernst, woran du eine kranke Lenkung erkennst.
Station 1Das innere Rad lenkt mehr: Ackermann
Schema mit vergrößerten Lenkhebeln. Spurkreis = Kreis, den die Mitte des äußeren Vorderreifens fährt. Wendekreis = Kreis der äußersten Fahrzeugecke (hier mit 0,85 m Überhang vorn). Normale Pkw liegen beim Wendekreis bei etwa 10 bis 12 m.
Station 2Vom Lenkrad zum Rad: Säule, Lenkgetriebe, Spurstangen
Schema eines Linkslenkers von oben, Lenkhebel hinter der Achse (14 cm), Lenkrad schräg von hinten gesehen. Kugelumlauf: Lenkgestänge als Parallelogramm wie beim Mercedes 190. Herkömmliche Pkw-Lenkungen liegen etwa bei 13 bis 16 zu 1, Autos ohne Servo und schwere Wagen oft indirekter. Variable Lenkungen spannen etwa 10 (Parken) bis 20 zu 1 (Autobahn).
Die Bauteile
Station 3Servolenkung: Öl oder Strom helfen mit
Modell eines Kompaktwagens mit Zahnstangenlenkung, Lenkrad 38 cm. Die Kräfte sind typische Größenordnungen, keine Messwerte eines bestimmten Autos. Das Lenkrad pendelt automatisch hin und her (im Stand wie beim Einparken, bei Tempo wie in einer Kurve).
Die Bauteile der Servolenkung
Station 4Werkstatt: typische Fehler an der Lenkung
Spiel-Suche: Wo geht die Bewegung verloren?
Modell, Spiel übertrieben deutlich dargestellt. Geprüft wird mit stehendem Auto auf den Rädern, damit die Reifen gegenhalten. Bei Servolenkung mit laufendem Motor, sonst verdeckt die Säule das Spiel. Als Faustwert nennen Ratgeber für die HU etwa 2 bis 3 cm Spiel am Lenkradkranz als zu viel.
Lenkungs-Detektiv: Symptom → Ursache → Prüfen → Abhilfe
Gebrauchtwagen-Check: Lenkung
- Im Stand, Motor an. Lenkrad langsam von Anschlag zu Anschlag drehen. Die Kraft soll gleichmäßig sein, ohne Rucken oder harte Stellen. Ein leises Zischen ganz am Anschlag ist das Überdruckventil und normal. Nicht lange am Anschlag festhalten.
- Hinhören. Heult oder brummt es beim Lenken? Bei Hydraulik deutet das oft auf Ölmangel oder Luft. Quietscht es beim Einschlagen, kann der Riemen rutschen.
- Motorhaube auf. Servoöl-Behälter: Stand zwischen den Marken? Schaum oder milchiges Öl? Schläuche feucht? Welches Öl reingehört, steht oft auf dem Deckel. Nicht mischen.
- Spiel prüfen. Räder geradeaus, Motor an, Lenkrad ganz leicht hin und her bewegen. Die Räder sollen sofort mitgehen. Ist da ein Leerweg von mehreren Zentimetern am Kranz, muss die Spiel-Suche oben ran.
- Drunter schauen. Lenkmanschetten an der Zahnstange: rissig, nass, ölig? Spurstangenköpfe: Gummi heil? Bei Kugelumlauf: Lenkgetriebe am Rahmen ölfeucht?
- Probefahrt. Steht das Lenkrad bei Geradeausfahrt gerade? Zieht das Auto zur Seite, schwimmt es? Kommt das Lenkrad nach der Kurve von selbst zurück? Klackert es über Bodenwellen beim Lenken?
- Kombi-Instrument und Papiere. Leuchtet eine Lenkungs- oder ESP-Lampe? Im letzten HU-Bericht nach Mängeln an Lenkung, Spurstangen oder Manschetten schauen. Reifen innen oder außen stärker abgefahren: siehe F6 Achsvermessung.